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Mehrmals im Jahr
berichtet Karoline
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Vorösterlicher Rundbrief 2017

“Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.”
Alfred Delp SJ Santiago de Chile, Vorösterliche Zeit 2017

Unsere lieben Freunde,

nun sind es tatsächlich schon 49 Jahre, seitdem ich an einem 19. März von meinem Orden die Missionsbestimmung nach Chile bekam. Damals verstand ich Gott nicht mehr, denn ich dachte, dass damit mein Leben genau in die umgekehrte Richtung gehen würde, als ich mir das vorgestellt hatte.

Heute bin ich überzeugt, obwohl es ein wenig gedauert hat, dass ich damals an den für mich besten Ort gekommen bin. Hier habe ich meine tiefste Berufung entdeckt: Jüngerin Jesu zu werden, um den Armen seine Frohe Botschaft zu verkünden, durch Worte und Tat Kranke zu heilen, Unterdrückte zu befreien, immer mitzuarbeiten, um Jesu Projekt vom Reiche Gottes für alle Menschen zu verwirklichen.

Dabei habe ich erfahren, dass ich nicht alleine war, sondern dass ich anderen begegnete, die dasselbe wollten und wir zu einer Gemeinschaft wurden: So sind wir heute hier in Chile über 500 angestellte und freiwillige Mitarbeiter, in Bolivien um die 100 und in Peru um die 30, die wir uns einsetzen, um den Menschen in Not beizustehen. Bei all dem ist mir das Wichtigste, dass die Menschen durch unseren Einsatz Gottes bedingungslose Liebe für jeden von ihnen erfahren und dass ER immer da ist, um uns zu Hilfe zu eilen, auch wenn wir Fehler und Sünden begehen. Dauernd kämpfe ich gegen die Vorstellung eines strafenden Gottes, der Opfer braucht, um seine Gunst zu erobern oder um zu verzeihen.

Nun möchte ich unsere Freude über ein paar gute Nachrichten mit euch teilen: Am 14. März hat sich für uns ein Traum erfüllt, denn wir konnten bei einer kleinen Feier unsere neu gebaute Solaranlage 40 kWp in Betrieb nehmen. Das Projekt wurde von Prof. Ulf Blieske, seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Rudi Gecke und 7 Studenten der TH Köln entwickelt. Diese haben die Anlage mit 196 Fotovoltaikmodulen hier zusammen mit unserem GIZ-Experten, Sebastian Bayer, dem chilenischen Berufsschullehrer Sebastián Pardo und unseren Schülern in 14 Tagen unermüdlicher Arbeit auf dem Dach unserer Berufsschule installiert. Sie berichteten uns, wie dankbar sie selbst waren, dass sie an diesem wunderbaren Projekt mitarbeiten durften. Wir alle sind beschenkt worden. Wie sollen wir nicht von Herzen danken? Finanzieren konnten wir das Projekt in erster Linie mit Hilfe von MISEREOR-BEGECA, aber auch mit der wichtigen Unterstützung der deutschen Firmen Kraftwerk, Renusol und Avancis und in Chile hat der ehemalige Energieminister, Máximo Pacheco zwei Firmen begeistert uns kräftig beizustehen und für das Projekt zu spenden.Über einen Monitor können wir jeden Tag genau sehen, wie viel Energie die Anlage produziert, nach 10 Tagen schon 2.400 KWh, dies entspricht einer Einsparung von rund 1.700 kg CO2.

Vielleicht werdet ihr staunen zu hören, dass in diesem Jahr 29 deutsche junge Freiwillige bei uns in Chile, 11 in Bolivien und 5 in Peru, in unseren verschiedenen Diensten mitarbeiten. Auch bei unserer Hilfe für eine Familie, die durch den Waldbrand ihr Haus verloren hat, sind sie mit viel Elan dabei. Mitarbeiter von Cristo Vive haben sich zusammen mit Felipe und Annekathrin solidarisch engagiert, um an den Märzwochenenden in das Brandgebiet in der Nähe von Pumanque zu fahren und dort eine Familie mit vielen fleißigen Händen, und offenen Ohren für ihre Sorgen, zu unterstützen.

Auf dem Dorf Bella Vista in Bolivien leben seit Mitte Februar 23 Studenten der TU-Berlin, unter ihnen 3 professionelle Maurer, bezahlt für ihre Arbeit von der Firma Roland Schulze (Potsdam). Sie bauen das Internat für unsere Landwirtschaftsschüler, die aus den ärmsten Gebieten Boliviens kommen – ein Projekt, das unter der Leitung von Professor Ralf Pasel konzipiert wurde und von seiner Wissenschaftlichen Assistentin, der Architektin Lorena Valdivia, durchgeführt wird. Fast unvorstellbar ist, dass auf dem Bau eine Gruppe von bolivianischen Maurerinnen mitarbeitet, deren Ausbildung von Misereor mitfinanziert worden war. Diese waren auch schon beim Bau der Landwirtschaftsschule dabei, die wir mit Hilfe von Cristo Vive Suiza und Europa errichtet haben. Die Finanzierung für den Bau des Internats verdanken wir der Louis Dreyfus Stiftung: ich höre nicht auf über das Netz der Solidarität zu staunen!

Es ist für mich eine unglaubliche Erfahrung, wie wir über die ganzen Jahre durch viele kleine und größere Spenden und solidarischen Aktionen von bekannten und unbekannten Spendern vielen tausend Menschen beistehen können. Dabei können wir uns auf die treue Unterstützung unserer Freunde Cristo Vive Europa, in der Schweiz und in Luxemburg verlassen. Welch eine breite Brücke haben die Schulen und Gymnasien Eichstätts zu uns gebaut: Mit dem Spendenlauf 2015 und einer Reihe von Initiativen von Lehrern und Schülern! So lädt die Lehrerin Maria Frey auf dem Gabrieli Gymnasium in dieser Zeit die Kinder ein, „auf Überflüssiges zu verzichten, damit andere das Notwendigste haben.“ Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie diese Gesten unsere Mitarbeiter berühren, wenn ich davon berichte.

Im Januar war ich in Cusco, um dort unseren Dienst zu begleiten und habe wieder miterlebt, wie 14 geschändete Mütter und ihre 23 Kinder, die alle unbeschreibliches Leid durchgemacht haben, ein neues Leben in unserem Frauenhaus Sonqo Wasi (Herzhaus) beginnen können.

In Lateinamerika feiern wir in diesen Tagen das Gedächtnis des heiligen Bischof Oscar Romero, der am 24. März 1980 mitten in der Messe ermordet wurde, nachdem er Tage zuvor von der Kathedrale aus in einer Predigt an das ganze Land El Salvador die Militärs im Namen Gottes angefleht und ihnen befohlen hatte, nicht mehr auf das Volk zu schießen. Der Heldenmut Oscar Romeros strahlt weiter in Lateinamerika und ermutigt uns mit all unseren Kräften der Liebe weiter für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen gegen ein neoliberales Wirtschaftssystem, das weiter Armut und Elend produziert. Manchmal fühle ich mich dabei total ohnmächtig. Das ist unser Kreuzweg heute. Zum Glück ist uns Jesus vorausgegangen und wir bleiben auf seiner Spur, die über Kreuz und Tod zum Sieg des Lebens und der Liebe führt.

Viel Sonne auf dem Weg nach Ostern – vor allem ins Herz!

Es umarmt euch
Eure Karoline

Zur Erinnerung unsere Anschrift und Konto: "Cristo Vive Europa e.V." Hallertauer Volksbank e.G. Manching Kontonummer: 9670068 BLZ: 72191600

Mehr Informationen: Karoline Mayer Casilla 2943, Santiago de Chile Tel: 0056-2-6255243, karoline@fundacioncristovive.cl Zuhause:0056-2-6212003

www.cristovive.de
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