Halbjahresbericht aus Tirani

Halbjahresbericht aus Tirani von Henrike Riemenschneider

Mein erstes halbes Jahr, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Unglaublich, dass bereits weitere 3 Monate vergangen sind und schon Halbzeit ist.

Im November sowie in der Vorweihnachtszeit, ist einiges, aber auch vieles ungewöhnliches passiert, da der Kindergarten bereits im November in die Sommerferien startete.
Zunächst zum November im Kindergarten, auf diesen blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Zunächst zum positiven Teil. Da sich das Jahr ja wie bereits gesagt dem Ende näherte, standen einige besondere Aktivitäten auf dem Programm. So wurden die Kinder häufiger geschminkt und verkleideten sich. Ebenfalls machten wir an einem Freitag, einen Ausflug mit allen Kindern zu einem kleinen Freizeitpark in die Innenstadt. Für einige Kinder aus meiner Sala, war das ein sehr aufregender Tag, da ihnen die Fahrt in die Innenstadt wie eine halbe Weltreise vorkam. Ich fand es sehr schön, mit den Kindern außerhalb des Geländes der Fundación Zeit zu verbringen und zu sehen, wie sich alle freuten. Allerdings war ich auch froh, dass ein paar Eltern uns begleiteten, da es teilweise gar nicht so einfach war, die Kleinen in Schacht zu halten, denn einige sind Meister darin, ihren eigenen Willen durchzusetzen und dort hin zu laufen, wo sie nicht hin sollen.

Am letzten Kindergartentag, machten wir ein Abschlussfest, bei dem die Kinder und die Dinge, die sie im vergangenen Jahr erlernten im Vordergrund standen. Zu diesem Anlass, kamen auch die Kindergartenkinder aus Andrada und Taquina Chica, zwei Nachbardörfer Tiranis, in denen es seit kurzem auch Kindergärten gibt zu Besuch. Es gab für alle selbstgebackene Torte und wir tanzten, spielten sowie lachten sehr viel.

Das traurige Auge, was ich am Anfang ansprach, bezieht sich darauf, dass wir im November das letzte mal mit einigen unserer Tías und den Köchinnen zusammenarbeiteten. Zum Abschluss luden wir das gesamte Team zu uns zum Essen ein, dass war ebenfalls ein schöner Abend. Ich bin jetzt gespannt, was der Februar alles neues mit sich bringt und freue mich bereits darauf, dass die Arbeit mit den Kindern bald wieder beginnt.
Da der Kindergarten wie bereits erwähnt Ende November schloss, arbeitete ich 3 Tage in der Woche im Hogar San José, einem Altenheim, in dem ebenfalls 2 Freiwillige arbeiten. An den anderen Tagen in der Woche, legten wir gemeinsam mit der Gärtnerin Patricia einen neuen Gemüsegarten neben unserem Haus an und begleiteten sie zu Besuchen bei anderen Familien, denen sie hilft einen Garten anzulegen sowie zu bewirtschaften. Ebenfalls verteilten wir kurz vor Weihnachten Canastones, mit Lebensmitteln, Kleidung und Spielzeug gefüllte Wäschewannen an bedürftige Familien.

Im November, war die Arbeit im Apoyo ziemlich normal, zum Ende merkte ich allerdings, dass bereits weniger Kinder kamen, da einige von ihnen schon weggefahren waren, um ihren Familien bei der Feldarbeit zu helfen. Die Vorweihnachtszeit, verbrachten wir mit dem Singen von Weihnachtsliedern, dem Basteln von Sternen, Plätzchenbacken und dem Vorbereiten von Adventskränzen. In der letzten Woche gingen wir sozusagen den Weg von Maria und Josef nach und besuchten verschiedene Familien in Tirani sowie das Büro der Fundación, sangen Weihnachtslieder, erzählten ein Teil der Weihnachtsgeschichte, sprachen Wünsche aus und aßen zusammen eine Kleinigkeit. Am letzten Tag machten wir einen Ausflug an einen Fluss, am Ende kam zwar keiner trocken, aber dafür alle sehr hungrig im Apoyo an und wir haben uns das vorbereitete Essen schmecken lassen.
In den vergangenen 6 Monaten, habe ich gemerkt, dass für mich selbst meine Aufgabe darin besteht, den Kindern die Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken, welche sie zu Hause häufig nicht bekommen.

Nach Weihnachten, welches ich mit meinen Mitfreiwilligen verbrachte, begann bereits für uns alle die Zeit des Reisens. Ich reiste teilweise mit zwei Mitfreiwilligen, teilweise alleine durch Teile von Bolivien, Peru und Chile und besuchte auch die anderen Freiwilligen in Santiago de Chile.
Am Ende der Reise, stand das 7tägige Zwischenseminar von Kubekom in Santa Cruz an. Dieses war für mich sehr bereichernd, vor allem der Austausch mit anderen Freiwilligen, die ich vorher noch nicht kannte, hat mir sehr weiter geholfen und es ist schön jetzt die Möglichkeit zu haben, sich innerhalb von Bolivien zu Besuchen sowie vielleicht noch einen kleinen Einblick in ein anderes Projekt zu bekommen. Ebenfalls sprachen wir über die Themen, die sich auch durch diesen Bericht ziehen und zwar meine Erfahrungen in meinem ersten Halbjahr und meine Überlegungen für das 2 Halbjahr.

Dem zweiten Punkt widme ich mich gleich an dieser Stelle. Für das Apoyo, haben Annika, Kathi und ich ein Zirkusprojekt geplant, in denen wir über einen längeren Zeitraum in Kleingruppen verschiedene Dinge, wie Akrobatik, Jonglieren und Zauberei mit den Kindern einüben und dies dann am Ende bei einem kleinen Fest vorstellen. Für den Kindergarten, habe ich mir vorgenommen, kleine Aktivitäten, wie Bastelaktionen, eine Ostereiersuche und ein Fingerpuppentheater mit den Kindern zu machen.

Außerhalb der Arbeit, habe ich grade begonnen Caporales, einen traditionellen Tanz zu tanzen, dies möchte ich weiter vertiefen und außerdem habe ich mir vorgenommen noch mehr von Bolivien zu sehen.

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